Friday, 22. June 2018

Was ein WM-Aus der Deutschen strategisch bedeuten würde

Der Druck ist enorm. Will die deutsche Fußball-Nationalmannschaft ein Fiasko vermeiden, muss sie am Samstag ihr Gruppenspiel bei der Fußball-Weltmeisterschaft gegen Schweden gewinnen.

Noch nie ist eine deutsche Nationalmannschaft bei einer WM-Endrunde bereits in der Gruppenphase ausgeschieden. Es wäre sogar noch schlimmer als 1978 die „Schmach von Cordoba“, als die DFB-Elf nach der Zwischenrunde an Österreich scheiterte.

Für Fatalismus ist es indes zu früh: Nach der Niederlage gegen Mexiko – so scheint es zumindest von außen– ist ein gehöriger Ruck durch den amtierenden Weltmeister gegangen. Sollten der Mannschaft am Samstag die erhoffte Leistungssteigerung und ein Sieg gegen Schweden gelingen, dürften sich die Wogen auch in der Presse schnell glätten. Trotzdem muss zumindest hypothetisch die Frage gestellt werden, welche Konsequenzen ein mögliches Vorrunden-Aus für das DFB-Team hätte – und für dessen Führung.

Wer zögert, verliert

Seit fast 14 Jahren sind Joachim Löw (zunächst zwei Jahre als Co-Trainer, dann als Chefcoach) und Oliver Bierhoff als Teammanager die Köpfe der deutschen Fußball-Nationalmannschaft. In dieser Zeit haben sie das Team gemeinsam aus einem tiefen Tal geholt, transformiert und zum Weltmeister 2014 gemacht. In unserer Fallstudie „Die Mannschaft – How Germany won the FIFA World Cup 2014“ haben wir diesen Transformationsprozess detailliert beschrieben und analysiert. Mit dem Erfolg geht aber oft auch Trägheit einher. Es ist sogar menschlich, sich auf dem Erreichten auszuruhen und zu glauben, dass es schon irgendwie erfolgreich weitergehen wird. Auf dieses Phänomen, die sogenannte „Erfolgsfalle“, trifft man nicht nur im Sport, sondern auch in der Unternehmenswelt.

Das Problem ist, dass gerade im digitalen Zeitalter Stillstand den Tod bedeutet. Unternehmen sterben heute schneller als je zuvor. Dabei geht die größte Gefahr für das Scheitern am Markt nicht von der unmittelbaren Konkurrenz aus. Vielmehr ist das Zurückschrecken vor einer strategischen Selbsterneuerung der Grund, dass laut Boston Consulting Group beinahe jeder dritte Mittelständler und jedes sechste Großunternehmen die nächsten fünf Jahre nicht überstehen wird. Firmen durchlaufen ihren Lebenszyklus heute doppelt so schnell wie noch vor 30 Jahren. Und dieser Trend betrifft alle Branchen.

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