Thursday, 16. August 2018

Dauerkarten abschaffen?

Dominik Schreyer forscht seit Jahren zur No-Show-Rate im deutschen Profifußball. Im Interview mit Stadionwelt erklärt er Gründe für das Phänomen, blickt auf die Entwicklung des Problems und liefert potenzielle Lösungsansätze.

>>> Hier das komplette Interview von Jun-Prof. Dominik Schreyer mit Stadionwelt lesen

Stadionwelt: Wann haben Sie angefangen, sich mit dem Thema „No-Show“ auseinanderzusetzten und vor allem: warum?
Schreyer: Ich beschäftige mich seit 2013 mit No-Shows. Gemeinsam mit einem Bundesliga-Club haben wir damals untersucht, welche Maßnahmen denkbar wären, um die No-Show-Rate unter Dauerkarten-Inhabern zu reduzieren. Der Impuls für meinen derzeitigen Forschungsschwerpunkt kam also unmittelbar aus der Praxis.

 

Stadionwelt: Wann und wie ist das Problem mit den nicht anwesenden Karteninhabern entstanden?
Schreyer: Es hat sich hier um einen schleichenden Prozess gehandelt. Wer sich die Zuschauerentwicklung der letzten 20 Jahre im Detail anschaut, wird sehr schnell feststellen können, dass die Nachfrage nach Bundesliga-Tickets insbesondere zwischen der Saison 2000/01 und der Saison 2011/12 stark gestiegen ist. Gleichzeitig liegt in diesem Zeitraum aber auch der Ursprung der heutigen Herausforderungen. Die gestiegene Nachfrage nach Bundesliga-Tickets hat dazu geführt, dass Bundesliga-Clubs die Ticketwünsche, insbesondere für Spitzenspiele, auf Grund ihrer natürlichen Kapazitätsgrenzen in den vergangenen Jahren häufig nicht erfüllen konnten. Insbesondere die Fans, die leer ausgegangen sind, haben im Laufe der Zeit aus diesen Negativerfahrungen gelernt und damit begonnen, sich mit Hilfe einer Dauerkarte dagegen abzusichern, ein bestimmtes Spiel, beispielsweise ein Derby, zu verpassen. Im Grunde sind die heutigen No-Shows, die es übrigens keineswegs nur in der Bundesliga gibt, also das Ergebnis einer sehr starken Ticket-Nachfrage nach Bundesliga-Spielen.

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