CAMP BECKENBAUER Research Report

Nachdem IOC-Präsident Thomas Bach beim CAMP BECKENBAUER Global Summit 2014 die olympische Agenda bis 2020 präsentiert hatte, entbrannte unter den Zuhörern eine intensive Debatte über die heutigen Herausforderungen, Gastgeber von sportlichen Mega-Events wie Olympischen Spielen zu sein.

Auch wenn diese Diskussionen ermutigend waren, kann gerade bei Betrachtung der Berichterstattung in internationalen Medien der Eindruck entstehen, dass Olympia nicht mehr en vogue ist. Die größte Herausforderung scheint die zurückgehende Anzahl an Städten zu sein, die dazu bereit sind, die Olympischen Spiele auszutragen. Dies wurde deutlich, als die zunächst hoch gehandelten Städte Graubünden, Krakau, Oslo und Stockholm sich schlussendlich dazu entschlossen, doch nicht zu kandidieren. Die Hauptgründe dafür waren in den meisten Fällen die fehlende Unterstützung in der Bevölkerung. Einige Journalisten haben daraus bereits die Schlussfolgerung gezogen, das in Zukunft niemand anderes als Autokraten oder Oligarchen mehr dazu sein wird, Olympische Spiele auszutragen (siehe zum Beispiel McGrath, 2014).

Prof. Sascha Schmidt präsentiert die wichtigsten Erkenntnisse des CAMP BECKENBAUER Research Reports:

Aber ist das wirklich der Fall? Üben die Olympischen Spiele wirklich gar keinen Reiz mehr für die Bevölkerung demokratischer Staaten aus? Und was bedeutet das in Bezug auf die Bewerbungen und Volksabstimmungen in Städten wie Hamburg, Rom, Los Angeles oder Paris?

Das Ziel ist es, eine unabhängige, transnationale Perspektive zu erlangen

Unglücklicherweise hilft die Vielzahl an Bürgerentscheiden und Volksbefragungen zur Ausrichtung Olympischer Spiele nicht dabei, die negative Berichterstattung zu verstehen, oder aufkommende Fragen zu beantworten. Normalerweise werden diese nämlich von Institutionen mit klarer Agenda durchgeführt und geben daher nur Ergebnisse, die eine klare Zustimmung („ja“) oder Ablehnung („nein“) der Bevölkerung darstellen. Das reicht aber nicht, um ein allumfassendes Meinungsbild zu zeichnen, oder gar die konkreten Gründe für eine Zustimmung oder Ablehnung zu erkennen. Die wären aber nötig, um die Gründe für die Entscheidungsfindung der Bevölkerung zu deuten und grenzüberschreitende Streitfragen sowie Möglichkeiten bei der Ausrichtung sportlicher Großereignisse zu identifizieren.

Zusammen mit den Partnern von CAMP BECKENBAUER entschied sich das CAMP BECKENBAUER Kompetenzteam der WHU – Otto Beisheim School of Management dazu, diese Problemstellungen tiefergehend zu untersuchen. Das Ziel war es, eine unabhängige, transnationale Perspektive zu erlangen. Um dies zu erreichen entwickelte das Kompetenzteam eine empirische Studie, die auf die individuellen Bedürfnisse, Wünsche, Launen und Standpunkte der Bevölkerungen ausgerichtet war, und wie diese ihre Wahrnehmung der Olympischen Spiele beeinflussen. Die repräsentative Umfrage in elf europäischen Ländern und den USA wurde mit der Unterstützung von Repucom durchgeführt.

12.000 Teilnehmer

Insgesamt nahmen 12.000 Befragte an der Studie teil. Ihre Antworten stehen repräsentativ für annähernd 700 Millionen Menschen in Europa und den USA. Die Ergebnisse der Studie zeichnen auf der einen Seite eine umfassende Perspektive, bieten auf der anderen Seite aber auch praktische Implikationen für Kampagnenführung und Mobilisierung für die Ausrichtung Olympischer Spiele.

Zum Download: CAMP BECKENBAUER Research Report

Kontakt

MSc

Tobias Streicher

Externer Doktorand

+49 (0)211 44709 747