Inhalte und Medien


#LetMeEntertainYou

In Zukunft werden die meisten Konsumenten immer und überall online Zugang zu allen gewünschten Produkten und Serviceleistungen haben. Proficlubs konkurrieren innerhalb der Unterhaltungsindustrie um die Aufmerk¬samkeit und Gunst dieser Konsumenten. Und nur diejenigen Proficlubs, denen es gelingt, ein über alle Geschäftsbereiche und Kontakt¬punkte digital integriertes System zu unterhalten, können aus einer ganzheitlichen Sicht auf die Bedürfnisse jedes einzelnen Fans individuell eingehen und personalisierte Services anbieten.

 

Paul Keuter - Contenthäuser

Durchgängiges virtuelles Fanerlebnis

So erlaubt ein integrierter Warenkorb den virtuellen Einkauf von allen Kontaktpunkten eines Fans. Durch digitale Überblendung von on- und offline Werbeflächen (z.B. Stadionbanden, Online-Banner) werden Werbebotschaften nur für die jeweils bestimmte Zielgruppe sichtbar.

Dirk Huefnagels - Digitale Transformation

Es geht darum, ein durchgängiges virtuelles Fanerlebnis zu kreieren und damit die Loyalität und Fanbindung zu erhöhen. Proficlubs werden eigene Content Design und Content Production Einheiten gebildet haben, um Nutzerdaten zu verarbeiten, die durch die ständige Faninteraktion über soziale Medien, Onlinespiele, Mobile Apps, Crowd Sourcing Aktivitäten, E-Commerce etc. entstehen. Data-Scientists und Data-Designer bringen eine Ordnung in diese unstrukturierten Datenberge und ermöglichen ihre Analyse. Daten-Journalisten erstellen auf Basis von Analyseergebnissen einen Leitfaden, der es Data-Entertainern und Visual Designern ermöglicht, das möglichst einzigartige virtuelle Fanerlebnis zu kreieren. So werden auf Basis von Daten nutzerrelevante Inhalte geschaffen, die über personalisierte Algorithmen jedem Fan als individueller Stream zur Verfügung stehen.

Oliver Poppelbaum - Interaktionsdaten

Auf Tom Cruise Spuren

Die Schwarmintelligenz der Fans wird durch Crowd Sourcing, Open Source-Projekte und Online Experimente genutzt, um neue Produkt- und Serviceleistungen anzubieten. Zudem nutzen Clubs die Daten über Warenkörbe, Wunsch- und Merklisten, frühere Bestellungen sowie über die Verweildauer auf einzelnen Produktseiten, um Artikel auf den Weg zu Fans zu bringen, bevor diese sich überhaupt entschlossen haben, sie zu bestellen. Tom Cruise verfolgte mit seinem Minority Report bereits 2002 die richtige Spur, indem er zukünftige Mörder verhaftete, bevor sie ihre Tat überhaupt begangen hatten. Amazon nutzt bereits heute Predictive Buying Technologien, um den Warenversand vor Bestellung zu testen. Kunden müssen lediglich Waren zurücksenden, wenn sie sie dann doch nicht wollen.

Superstars als kritischer Erfolgsfaktor

Die Zusammenarbeit der Clubs mit ihren Superstars ist zukünftig ein kritischer Erfolgsfaktor in der Medienarbeit geworden. Während Superstars früher noch öffentlich rauchten und Alkohol tranken bevor überhaupt Laktatwerte, Adduktorenzerrungen und Gegenpressing Einzug in unsere Fußballwelt hielten, haben sich Superstars schon bald zu internationalen Digitalmarken mit Millionen von Social-Media-Fans entwickelt. Ihre gesellschaftliche Akzeptanz ist trotz horrender Einkommen wahrscheinlich immer noch sehr hoch. Ähnlich wie Film- und Musikstars dienen sie als Vorbilder für die breite Masse und stillen deren Verlangen nach Helden. Gleichzeitig stellen sie die größten Vermögenswerte in den Bilanzen ihrer Clubs dar, halten Anteilsbeteiligungen und fordern Mitsprachrechte ein. Einige haben eine weitaus größere Fanbasis als ihre Clubs und kontrollieren die Zugänge zu ihren Fans über eigene Kommunikationskanäle. Damit wird es für Trainer und Clubpräsidenten immer schwieriger, dem Publikum zu erklären, dass ein Superstar nicht spielt, obwohl er über seine Facebook-Seite Einsatzbereitschaft signalisiert hat.

Christiano Ronaldo war der Erste, der mehr als Hunderte Millionen Fans auf Facebook erreichte. Interviews gibt in der Zukunft möglicherweise nur noch über Eigenmedien ‒ der Tod für den unabhängigen Sportjournalisten auf der Suche nach exklusiven Stargeschichten. Andere Superstars haben dann wahrscheinlich sogar erfahrene Journalistenteams angeheuert, die eigene Kanäle exklusiv rund um die Uhr bespielen. Die Herausforderung für Proficlubs besteht dann vor allem darin, einen Weg zu finden, ihre Superstars selbst massenwirksam so in Szene zu setzen, dass sie ihre Clubfans nicht an die Superstars „verlieren“.