Neugeschäft: Gründungsmotor Profifußball


Neugeschäft als eigene Einheit

Bayern München war der erste Bundesligist, der 2014 ein Vorstandsressort für Internationalisierung und Strategie sowie ein Büro in New York einrichtete, um eine Ausweitung des Kerngeschäfts Fußball international voran zu treiben. Borussia Dortmund folgte mit einer Dependance in Singapur. In Zukunft werden führende Proficlubs ihre internationalen Aktivitäten und Tochtergesellschaften oder Beteiligungen im Ausland (Seed und Farming Teams , Repräsentationsbüros, Fanshops, etc.) unter einem Dach zusammengeführt haben. In einer eigenen Einheit Neugeschäft werden zudem die Betriebsgesellschaften für Stadion, Catering, Veranstaltungen, etc. zusammen mit neuen und aufzubauenden Geschäften zusammengefasst. Das Management dieser Tochter- und Betriebsgesellschaften, die angrenzende Geschäftsfelder des Kerngeschäfts Fußball sind, wird von eigenverantwortlichen Geschäftsführern geführt und im Sinne einer Portfolio-Optimierung durch den Vorstand gesteuert und überwacht.

Oliver Mintzlaff - Neugeschäft
Oliver Mintzlaff - Wachstum

eSports als Adjacent Business

Insbesondere der Aufbau neuer Geschäftsfelder wird dazu beitragen, dass Proficlubs in zehn ca. Jahren die Abhängigkeit des geschäftlichen vom sportlichen Erfolg deutlich reduzieren konnten. Eines der großen Wachstumsfelder bietet E-Sports. Während der FIFA Interactive World Cup sich zum Beispiel 2025 seiner 36. Auflage erfreut, treten dann die deutschen Mannschaften bei der Clubmeisterschaft der „Virtuellen Bundesliga“ in eigenen E-Sport Arenen gegeneinander an. Nachdem einige Clubs bereits begonnen hatten, ihre Aktivitäten auf andere Sportarten auszudehnen (wie z.B. FC Bayern auf Basketball), engagierte der VfL Wolfsburg als erster Fußball-Bundesligist 2015 zwei professionelle E-Sportler, um die Grün-Weißen bei allen nationalen und internationalen virtuellen Fußballturnieren zu repräsentieren. Im selben Jahr kaufte Beşiktaş Istanbul als erster internationaler Proficlub ein professionelles League of Legends Team, um den Beşiktaş E-Sports Club zu eröffnen. Der FC Schalke 04 zog in Deutschland nach, investierte 2016 massiv in seine neu geschaffene E-Sports-Abteilung. Fantasy Games setzen in den USA bereits 2015 mehr als USD 200 Millionen um, haben aber erst in den letzten Jahren das europäische Festland erreicht. Die von Jahr zu Jahr realistischer anmutenden Fußballkonsolenspiele lassen den realen und digitalen Fußball verschmelzen und zusätzliche Wett- und Werbemärkte entstehen.

Oliver Poppelbaum - eGaming

Club-Campus gehört zum Standard

Mit Blick in die Zukunft ist Bildung ein weiteres wichtiges Wachstumsfeld für Proficlubs. Während 2014 die ersten Bundesligisten in Kooperation mit Hochschulen und Universitäten u.a. den Kleeblatt Campus in Fürth, den VfL Campus in Wolfsburg oder die Schalke Akademie ins Leben gerufen haben, werden bald eigene Bildungseinrichtungen zum Inventar führender Proficlubs gehören. Es wird dabei nicht nur um die Aus- und Weiterbildung des eigenen Führungspersonals, sondern auch der Trainer, Spieler und Fachspezialisten innerhalb des Clubs gehen. Zudem wird ein eigener Campus gezieltes Arbeitgeber-Marketing (Employer Branding) der Proficlubs nach außen und die Positionierung als bildungsnahe Arbeitgeber auf den internationalen Arbeitsmärkten erlauben. Zudem ermöglicht eine clubeigene Bildungseinrichtung, international renommierte Fachexperten an den eigenen Campus holen und Zugang zu Best Practices zu sichern.