Scouting


Vorbei sind die Tage, wo sich Rentner als verkappte Scouts von Bundesligisten in den Jugendligen tummelten, um dann – mit der Bratwurst in der Hand – den gut informierten Expertentipp: „Das ist einer für uns“ an die sportliche Leitung weiter zu geben. Datenanalysetools des Digitalzeitalters werden   Bauchentscheidungen weitestgehend ersetzt haben.

Die Rekrutierung wird sich sytematisieren

Vorausgesetzt, dass Spieler unabhängig von ihrer bestehenden Vertragsbindung von anderen Vereinen kontaktiert, getestet und in Vertragsgespräche involviert werden können, wird sich die Rekrutierung von Profifußballern mehr und mehr systematisieren. So ist zu erwarten, dass zukünftig im Scouting mit Hilfe intelligenter Ballwurfroboter neben der individuellen Qualität von Ballannahme, Ballweitergabe, Pass- und Schusstechnik auch kognitive Fähig­keiten eines Transferkandidaten wie z.B. Handlungsschnelligkeit, Konzentrations­fähigkeit und Stressresistenz getestet bzw. gespeichert werden. Sensoren werden die biometrischen Werte des Kandi­daten erheben und Aussagen über den Stresszustand und die körperliche Belastbarkeit unter Laborbedingungen erlauben.

Peter Görlich - Leistungsdaten

Footbonaut wird fester Bestandteil

Der erste Ballwurfroboter dieser Art erblickte 2013 in Dortmund das Licht der Welt und wurde als „Footbonaut“ bzw. „Wundermaschine“ der Öffentlichkeit vorgestellt. Bald wird er wahrscheinlich europaweit fester Bestandteil des Scoutings führender Proficlubs sein. Anhand der verfügbaren Individualdaten wird im Fußball-Labor sogar eruiert werden können, ob ein potenzieller Neuzugang spielerisch ins Team passt und einzelne Mannschaftsblöcke verstärken kann. Schließlich gibt eine standardisierte Persönlichkeitsprofilierung Aufschluss darüber, inwieweit ein Spieler aufgrund seiner Persönlichkeit ins Mannschaftsgefüge passt oder spezifische Lücken im derzeitigen Team füllen kann.